Gedenkmarsch für Quentin in Dresden trifft auf lauten Gegenprotest
Mobilisierung durch „Freie Sachsen“ und „Junge Nationalisten“ – Versammlungen verlaufen weitgehend störungsfrei
Datum: 23.02.2026 - 21:10 Uhr
Ort: Dresden / Deutschland, Sachsen
/ Sachsen
Am 23. Februar fand in Dresden ein Gedenkmarsch für den 23-jährigen ultrarechten Aktivisten Quentin D. statt. Organisiert wurde die Versammlung von der rechtsextremen Partei Freie Sachsen. Zur Teilnahme mobilisierte unter anderem die Jugendorganisation der Partei Die Heimat, die Junge Nationalisten, die in Dresden unter der Bezeichnung „Elblandrevolte“ auftreten. Auch bekannte Szeneakteure, darunter Finley P., nahmen an der Versammlung teil.
Dem Aufruf folgten mehrere hundert Personen. Mit Blumen, Kerzen und eigens angefertigten Bannern gedachten sie des Verstorbenen. Insbesondere die politische Einordnung und Instrumentalisierung des Gedenkens durch Akteurinnen und Akteure aus dem rechtsextremen Spektrum führte zu Gegenprotesten.
Nach Schätzungen vor Ort beteiligten sich an den zwei angemeldeten Gegenversammlungen eine vergleichbare Anzahl von Personen. Zu den aufrufenden Gruppen zählten unter anderem „Azubis gegen Rechts“ sowie „Fred – Die linke Socke“. Die Proteste verliefen bis auf vereinzelte Wortgefechte weitgehend störungsfrei.
Die Polizei sicherte die Versammlungen mit mehreren Einheiten der sächsischen Bereitschaftspolizei ab. Der Aufzug führte vom Kulturpalast über den Schlossplatz bis zum Goldener Reiter und anschließend auf gleichem Weg zurück. Eine der Gegenversammlungen bewegte sich zeitweise in Sicht- und Hörweite hinter dem Gedenkmarsch.
Hintergrund
Anlass der Versammlung ist der gewaltsame Tod von Quentin D., der nach einer Auseinandersetzung in Frankreich an seinen Verletzungen verstarb. Nach Medienberichten soll es im Vorfeld zu einer Konfrontation mit mutmaßlich politisch linksgerichteten Personen gekommen sein. Die genauen Tatumstände sowie mögliche politische Hintergründe wurden von den französischen Behörden untersucht.
In Teilen der rechtsextremen Szene wird Quentin D. seither als Symbolfigur stilisiert. Kritikerinnen und Kritiker werfen den organisierenden Gruppen vor, das Gedenken für politische Zwecke zu instrumentalisieren.
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